1924

Der Zauberberg

Inhalt

Der junge Hans Castorp besucht seinen kranken Vetter in einem Sanatorium in den Schweizer Alpen und plant zunächst nur einen kurzen Aufenthalt. Doch die abgeschlossene Welt des Zauberbergs verändert seinen Blick auf Zeit, Krankheit, Liebe und die großen Fragen des Lebens. Manchmal führt ein Aufenthalt an einem fremden Ort tiefer in die eigene Seele als jede Reise.

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Bewertungen (1)

+1 Punkte
👍 Empfehlung Nils · 8.7.2026

Das beste Werk ohne Handlung

Schon wieder ein Werk, dessen Ruf ich nicht nachvollziehen kann. Vermutlich weil nur ein Bruchteil der Leute, die darüber reden, es wirklich gelesen haben. Ich nahm an, dass der Zauberberg eine subtile Verschwörung andeutet. Oder auf dem Sanatorium langsam Raum und Zeit verschwimmen sodass man sich wie in einem Zauberland findet. Aber nix da! Kein Verschwörung, kein angedeuteter Krimi, kein "Zauber"-Berg. Hans Castorp hängt Jahre in einem Sanatorium rum und man weiß an jeder Stelle im Buch, wie lang er schon da ist. Das Werk ist extrem arm an Handlung. Eine Affäre bahnt sich an, verebbt dann aber. Ansonsten sind es über 18 Stunden: Leute reisern an, Leute reisen ab. Leute unterhalten sich über Gott und die Welt. Die wenigen Momente, in denen mal was passiert sind an einer Hand aufgezählt. Aber so schlimm ist es nicht. Obwohl ich normalerweise Romane ohne klare Handlung nicht mag, hat es Mann (oder der Erzähler) geschafft, mein Interesse zu halten. Die meisten Gedanken im Buch sind wirklich klug und originell. Und wenn dann mal was passiert: Hans Castorps Episode im Schneesturm fand ich extrem gut, sowie seine Erfahrungen beim Röntgen, seine Teilnahme an einer spiritistischen Sitzung oder seine Anwesenheit bei einem Duell.

Hörbuch: ©1960 S. Fischer Verlag (P)2024 DAV

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