Gustav Meyrink
Gustav Meyrink wurde am 19. Januar 1868 in Wien als Sohn der Münchner Hofschauspielerin Maria Meyer geboren. Ursprünglich hieß er Gustav Meyer, nahm jedoch 1917 offiziell den Namen Meyrink an. Er lebte und wirkte unter anderem in Hamburg, München, Prag und Wien. In Prag gründete er 1889 ein Bankhaus, musste dieses jedoch nach einer Affäre um angebliche Geschäftspraktiken wieder schließen. Anschließend widmete er sich ganz der Schriftstellerei. Nach Aufenthalten in Wien zog er 1911 nach Starnberg, wo er bis zu seinem Tod lebte. Gustav Meyrink starb am 4. Dezember 1932 in Starnberg. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Romane „Der Golem“, „Das grüne Gesicht“ und „Walpurgisnacht“. Bereits zuvor veröffentlichte er erfolgreiche Sammlungen grotesker Erzählungen und Satiren. Gustav Meyrinks Stil zeichnet sich durch die Verbindung von Phantastik, Geheimnis, Mystik und Satire aus. Seine Werke vermischen Realität und Traum, Gegenwart und Vergangenheit sowie Identitätswechsel und Doppelgängermotive. Besonders in seinen späteren Romanen spielen buddhistische, christliche und kabbalistische Gedanken eine wichtige Rolle. Dadurch gelten seine Werke als außergewöhnliche Mischung aus fantastischer Literatur, philosophischen Ideen und mystischen Elementen.
[vgl. Petr, Pavel (1983): Gustav Meyrink. In: Hügel, Hans-Otto (Hrsg.): Deutsche Schriftsteller im Porträt. Band 5 Jahrhundertwende. München: Verlag C. H. Beck. Seite 151]