E. T. A. Hoffmann
Ernst Theodor Amadeus Hoffmann wurde am 24. Januar 1776 in Königsberg geboren und starb am 25. Juni 1822 in Berlin. Er gilt als eine der vielseitigsten, aber auch innerlich zerrissensten Persönlichkeiten der Spätromantik. Geprägt vom Spannungsfeld zwischen bürgerlichem Berufsleben als preußischer Jurist und künstlerischer Tätigkeit als Zeichner, Komponist, Musikkritiker und Dichter führte er eine doppelte Existenz, die sein gesamtes Leben und Werk bestimmte. Hoffmann wirkte zunächst im preußischen Staatsdienst, bevor er sich stärker der Kunst zuwandte. Besonders in den Bamberger Jahren (1808–1813) versuchte er, als freier Künstler zu leben und konzentrierte sich vor allem auf die Musik. Später lebte und arbeitete er unter anderem in Dresden, Leipzig und vor allem in Berlin, wo seine wichtigsten literarischen Werke entstanden. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen „Fantasiestücke in Callots Manier“, „Der goldene Topf“, „Lebens-Ansichten des Katers Murr“, „Prinzessin Brambilla“ und „Das Fräulein von Scuderi“. Sein Stil ist geprägt von der Verbindung von Realität und Fantastik, dem Spiel mit dem Unheimlichen und Grotesken sowie einer ironischen Doppelbödigkeit. Typisch ist das Aufeinandertreffen von bürgerlicher Alltagswelt und poetisch-fantastischen Figuren, wodurch eine oft komische, zugleich aber auch verstörende Wirkung entsteht.
[vgl. Rautenberg, Ursula (1980): Ernst Theodor Amadeus Hoffmann. In: Göres, Jörn (Hrsg.): Deutsche Schriftsteller im Porträt. Band 3. Sturm und Drang, Klassik, Romantik. München: Verlag C. H. Beck. Seite 105]